Fachbeiträge & Neuigkeiten

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Creditreform Österreich CrefoAktuell

Statistik Firmeninsolvenzen, 1. Halbjahr 2021: 9 Insolvenzen pro Werktag

Der Gläubigerschutzverband Creditreform hat den aktuellen Trend bei den Firmeninsolvenzen für das 1. Halbjahr 2021 in Österreich im Detail analysiert: Die Zahl der eröffneten Verfahren ging um rund 44% auf 1.100 Fälle zurück. Die mangels Vermögen abgewiesenen Verfahren sanken um knapp 55% auf 379 Fälle.

Dazu Gerhard M. Weinhofer, Geschäftsführer des Gläubigerschutzverbandes Österreichischer Verband Creditreform: „Die fortgesetzten Corona-Hilfen der Bundesregierung haben im 1. Halbjahr zu einem weiteren massiven Rückgang der Insolvenzen geführt. Seit 1. Juli gilt nun wieder uneingeschränkt die Insolvenzantragspflicht. Ebenso sind Ende Juni die Stundungen der öffentlichen Abgaben und Steuern ausgelaufen. Es wird spannend zu beobachten sein, wie sich das auf das weitere Insolvenzgeschehen auswirken wird. Im Juli sind die eröffneten Firmeninsolvenzen um über 12% angestiegen. Das kein schon ein erster Hinweis auf eine Trendumkehr sein.“

Branchenvergleich

Der Rückgang erfolgte quer über alle Branchen, am meisten im Tourismus („Beherbergungs- und Gaststättenwesen“) mit Minus 58,8%, gefolgt von der Industrie („Sachgütererzeugung“) (-55,2%) und dem Kredit- und Versicherungswesen (-54,3%). Das Bauwesen blieb die nach wie vor am stärksten betroffene Branche, wenn man die Insolvenzen pro 1.000 Branchenunternehmen betrachtet.

Conclusio – Ausblick 2021

Seit Mitte des Jahres gibt es eine langsame Rückkehr zur wirtschaftspolitischen Realität. Die Insolvenzantragspflicht besteht wieder in vollem Umfang, Abgaben-Stundungen sind ausgelaufen, stattdessen kann man eine großzügige Ratenvereinbarung zur Rückzahlung treffen, Härtefonds und Co sind aufgestockt und sogar die Kurzarbeit geht in eine 5. Phase. Dazu kommt, dass die Konjunktur sehr stark anzieht und Österreich eine so genannte V-förmige Wirtschaftsentwicklung erlebt, nach dem massiven Einbruch im letzten Jahr ein steiles Bergauf in diesem. Auch die Arbeitslosigkeit geht stetig zurück. Die Inflation, die wahrscheinlich und aufgrund des Vergleichs mit den Vorjahresmonaten nur kurzfristig ansteigt, soll für keine großen Sorgenfalten sorgen. Auch die Neugründungen ziehen wieder an und werden aufs Jahr gerechnet bei rund 40.000 landen. Da stellt sich nun die Frage, wann es zur „Normalisierung“ des Insolvenzgeschehens kommen wird. Die Beantwortung dieser Frage hängt davon ab, wann die staatlichen Hilfsprogramme auslaufen und wie sich die Pandemie generell entwickelt. Letzteres ist vor allem für den heimischen Tourismus entscheidend. Ein neuerlicher Lockdown würde für viele Unternehmen das endgültige Aus bedeuten. Eine vorsichtige Schätzung sieht erst im nächsten Jahr einen langsamen aber steten Anstieg der Firmeninsolvenzen auf das Vorcorona-Niveau, mittelfristig wird es wieder um die 5.000 Insolvenzen in Österreich geben.



Kontakt

Mag. Gerhard M. Weinhofer
Unternehmenskommunikation 
Mitglied der Geschäftsleitung

Tel. +43 (0)1 - 218 62 20 - 551
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