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Schweiz: Firmenkonkurse explodieren, Neugründungen bleiben auf Rekordkurs
Die Zahl der Firmenkonkurse in der Schweiz hat in den ersten fünf Monaten 2026 massiv zugenommen. Gemäss den aktuellen Auswertungen von Creditreform wurden von Januar bis Mai über 7.300 Firmenkonkurse publiziert, ein Anstieg von 53 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Konkurse bleiben auf sehr hohem Niveau
Die Zahl der Konkurse ist in den ersten fünf Monaten im Vorjahresvergleich um 53 Prozent angestiegen. Nimmt man die Werte der Jahre 2018 und 2019 als Massstab, dann hat sich die Zahl der Firmenpleiten um rund das Zweieinhalbfache erhöht. Dazu wesentlich beigetragen hat eine Gesetzesänderung aus dem Jahr 2025. Seitdem müssen auch öffentlich-rechtliche Forderungen gegenüber konkursfähigen Unternehmen auf dem Weg der Konkursbetreibung durchgesetzt werden. Zuvor war eine Betreibung auf Pfändung möglich gewesen. Die Beseitigung dieser Ungleichbehandlung war längst überfällig. Diese hatte nur dazu geführt, dass Firmen ihren Zahlungsverpflichtungen bei den öffentlich-rechtlichen Forderungen zu wenig nachgekommen sind und so künstlich am Leben gehalten wurden. Mit einem Abebben dieser beispiellosen Konkurswelle ist bis auf weiteres nicht zu rechnen.

Die Entwicklung der Firmenkonkurse zeigt sich kantonal sehr unterschiedlich. Die stärkste Zunahme verzeichnete der Thurgau mit +253,2 %, gefolgt von Basel-Landschaft (+129,9 %), Jura (+125,9 %), Uri (+120,0 %) und Graubün-den (+117,9 %). Ebenfalls sehr hohe Anstiege zeigen Bern (+103,1 %) und Wallis (+100,0 %). Moderat war die Zu-nahme in Obwalden und St. Gallen (ca. +24.0 %), Appenzell Ausserrhoden (+25.3 %) und Zürich (+29.4 %). Das dürfte auch daran liegen, dass in einigen Kantonen die vom Bund vorgegebenen Hausaufgaben der Konkursbetreibungen nur verzögert erledigt werden. Rückgänge gab es nur in wenigen Kantonen, insbesondere in Schwyz (–16,7 %), Nidwalden (–7,7 %) und Aargau (–4,1 %). Insgesamt zeigt sich damit trotz einzelner kantonaler Rückgänge eine breit abgestützte Zunahme der Firmenkonkurse in der Schweiz.

Im Durchschnitt wurden seit der Gesetzesänderung pro Monat über rund 1 400 Unternehmen der Konkurs publiziert; im Oktober 2025 und März 2026 waren es sogar rund 1 700.

Privatkonkurse zu Lebzeiten nehmen zu
Bei den Privatkonkursen geht der Anteil der ausgeschlagenen Verlassenschaften etwas zurück. Während 2023 neun von zehn Konkurspublikationen eine verstorbene Person betrafen, dürfte der Anteil im laufenden Jahr auf rund 80 Prozent zurückgehen. Gesamthaft erwartet Creditreform etwa gleich viele Privatkonkurse; die Zunahme bei den lebenden Personen setzt sich also fort.
Neugründungen leicht über dem Vorjahr
Im Vergleich mit Mai 2025 gingen die Neueintragungen im diesjährigen Wonnemonat um rund 13 Prozent zurück. Von Januar bis Mai wurden annähernd gleich viele Unternehmen neu im Handelsregister eingetragen, wie im Vor-jahr. Damit zeigt sich ein Trend zu stagnierenden Zahlen. Da gleichzeitig auch ähnlich viele Unternehmen gelöscht werden, bleibt das Nettowachstum praktisch unverändert. Creditreform erwartet bei den Neueintragungen für das ganze Jahr zwischen 56 000 und 57 000 Firmen. Das unterstreicht trotz der Stagnation die grosse Dynamik der Schweizer Wirtschaft, liegt doch die Zahl der Neugründungen unverändert deutlich über jener der Löschungen.

Text: Creditreform Schweiz
Foto: Adobe Stock - natanaelginting
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