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Neuer Rekord bei Firmengründungen, Konkurse weiterhin hoch

Mit über 28.500 Neueintragungen wurden in der Schweiz im ersten Halbjahr so viele Unternehmen gegründet wie noch nie. Der Rekord bei den Firmengründungen wurde jedoch durch eine höhere Zahl an Löschungen relativiert, wodurch das Nettowachstum leicht tiefer ausfiel. Besonders betroffen war der Dienstleistungssektor inklusive Handel. Gleichzeitig stieg die Zahl der Konkurse deutlich an und lag rund 50 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Die Schweizer Wirtschaft erneuert sich gerade im Rekordtempo. Mittlerweile sind Monate mit über 5.000 Neueintragungen keine Seltenheit mehr. Der Juni markiert mit 5.288 Firmengründungen schon den zweiten Monat in diesem Jahr, in dem diese Schwelle überschritten wird. Und auch im Vorjahr wurde in einigen Monaten dieser Wert bei den Neueintragungen knapp erreicht oder überschritten. Die Halbjahresbilanz zeigt im Jahresvergleich einen Anstieg um 2.5 Prozent. Etwas relativiert wird dieser Zuwachs durch den mit 5.2 Prozent deutlichen Anstieg bei den Löschungen. Daraus ergibt sich ein leicht schwächeres Nettowachstum als im ersten Semester 2025 von gut 10.000 Firmen.

 

Im Vergleich mit dem Jahr 2020 hat die Zahl der Neueintragungen um rund 30 Prozent zugelegt (siehe Abb. 3). Im Jahr darauf begann der Boom mit über 50.000 Gründungen. Es gab nach der COVID19-Krise einigen Nachholbedarf. Diese Dynamik hält bis heute in nur leicht abgeschwächtem Tempo an. Die derzeit noch rasanter steigende Zahl der Löschungen deutet auf eine Wechselwirkung durch die vielen Neugründungen hin. Denn erfahrungsgemäss sind die ersten fünf Jahre die schwierigsten für ein Unternehmen.

Der weitaus grösste Teil der neuen Unternehmen findet sich erwartungsgemäss im tertiären Bereich mit Handel und Dienstleistung. Der Anteil beträgt 79 Prozent und liegt damit sogar noch über den 75 Prozent des dritten Sektors an der Wirtschaftsleistung. Dienstleistungen für Unternehmen halten mit knapp 30 Prozent den grössten Anteil an den Gründungen im dritten Sektor. Darin enthalten sind zu einem guten Teil auch Holdinggesellschaften, die einzig zum Zweck gegründet wurden, andere Unternehmen zu halten oder zu verwalten. Gross ist auch der Anteil der Unternehmen, die Leistungen im Bereich Hausmeisterdienste, Gebäudereinigung oder Garten und Landschaftsbau anbieten: 955 Unternehmen sind in den ersten sechs Monaten in diesem Bereich entstanden. Auch der Handel trägt einiges zu diesem Gründerboom bei. Beachtenswert sind dabei die Detailhandelsunternehmen. Sie stellen mehr als die Hälfte der Neugründer im Handel. Die 1.916 Jungfirmen dürften kaum im hart umkämpften stationären Verkauf zu finden sein, sondern in ihrer überwiegenden Mehrheit ihr Geschäft online abwickeln. Im Sektor Bau sind es vor allem Unternehmen im Baunebenbereich, die einen grossen Anteil ausmachen – 1.923 Unternehmen waren es in sechs Monaten. Aber auch der Bereich Hochbau weist beachtliche 828 neue Unternehmen aus.

Konkurse weiterhin hoch

Im Juni wurden 1.444 Insolvenzverfahren über Unternehmen publiziert Das sind 44.5 Prozent mehr als im Jahr 2025. Diese Zunahme ist umso bemerkenswerter, da sich schon im Vorjahresmonat die Auswirkungen der Gesetzesänderungen beim SchKG bemerkbar gemacht hatten. Das zeigt: die Bereinigung, um die durch das alte Gesetz künstlich am Leben erhaltenen Unternehmen, ist noch voll im Gang. Im ersten Halbjahr 2026 liegt die Steigerung gar bei 60 Prozent. Rechnet man noch die Konkurse durch Mangel in der Organisation mit ein, liegt diese Zunahme noch bei 50 Prozent.

Bei den Firmenkonkursen zeigt sich im Vergleich mit den Gründungen ein anderes Branchenbild: Deutlich grössere Anteile liegen im Bau, Handel und das Gastgewerbe. Gerade im Bau und im Handel tun sich kleinere Betriebe immer schwerer. Man braucht sich nur in den Innenstädten umzusehen, wo die grossen Handelsketten das Heft in der Hand haben. Nur sie sind noch in der Lage, die hohen Mieten zu stemmen. Im Gastgewerbe dürfte die COVID19-Krise noch lange nachhallen. Sie hat das Konsumverhalten nachhaltig verändert. Lieferdienste und Imbissbuden sind starke Konkurrenten.

Text: Creditreform Schweiz
Foto: Creditreform Österreich

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