Unternehmensinsolvenzen in Osteuropa 2017/18

Auch in Osteuropa gehen die Insolvenzen zurück – es gibt aber auch Ausnahmen

Mittel- und Osteuropa verzeichnete im Jahr 2017 einen kräftigen Rückgang der Unternehmensinsolvenzen. Die Zahl der registrierten Insolvenzfälle nahm von 99.629 auf 86.879 ab (minus 12,8 Prozent). Gegen den Trend verzeichneten vier Länder (Litauen, Slowenien, Rumänien und Estland) aber einen Anstieg. Eine minimale Steigerung gab es auch in Serbien und in der Ukraine.

 

Achtung: kein einheitliches Insolvenzrecht

Überdurchschnittlich stark fiel der Rückgang der Insolvenzzahlen in Kroatien (minus 42,9 Prozent) aus, gefolgt von Tschechien (minus 26,0 Prozent) und Mazedonien (minus 22,0 Prozent). Kroatien, das seit 2015 ein neues Insolvenzrecht besitzt, hatte in den beiden Vorjahren einen deutlichen Zuwachs bei den Insolvenzen gezeigt. Der Rückstau ist nun offenbar abgeebbt. Auffallend ist ferner, dass sich in Lettland der Rückgang der Unternehmensinsolvenzen weiter fortsetzt. Gegenüber dem Höchststand im Jahr 2014 hat sich die Zahl der Fälle nahezu halbiert. In Litauen steigen die Insolvenzen dagegen das fünfte Jahr in Folge.

Dienstleistungsbereich am stärksten betroffen

Der überwiegende Teil des Insolvenzgeschehens in Osteuropa spielt sich demnach im Dienstleistungsgewerbe ab (40,7 Prozent aller Fälle). Gegenüber dem Vorjahr hat sich dieser Anteil aber verringert. Dagegen hat das Verarbeitende Gewerbe seinen Anteil an allen Insolvenzen auf etwa ein Achtel (von 10,9 auf 12,4 Prozent) ausgeweitet. Im Gegensatz zu Westeuropa ist der Anteil des Baugewerbes in Osteuropa geringer, der des Verarbeitenden Gewerbes höher.

Auf dieser Grundlage lassen sich in den vier Hauptwirtschaftsbereichen die Entwicklungen im Jahresvergleich darstellen. So zeigen sich gegenüber 2016 in allen vier Sektoren Rückgänge bei den Insolvenzen. Am deutlichsten ausgeprägt ist diese Entwicklung im Dienstleistungsgewerbe (minus 15,9 Prozent). Aber auch im Baugewerbe (minus 13,5 Prozent) und im Handel (minus 12,5 Prozent) kam es zu einer spürbaren Verringerung der Insolvenzen. Nur wenig gesunken sind die Insolvenzzahlen hingegen im Verarbeitenden Gewerbe Osteuropas (minus 0,8 Prozent).

Die gesamte Analyse erhalten Creditreform-Mitglieder kostenfrei unter g.weinhofer@wien.creditreform.at

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