Kreditentwicklungen und Finanzierungsbedingungen in Österreich, Frühjahr 2019

Restriktive Finanzierungsbedingungen

Ein großer Teil der mittelständischen Betriebe in Österreich war laut einer aktuellen Creditreform-Umfrage im Frühjahr 2019 der Meinung, dass sich die Finanzierungsbedingungen weiter verschärft haben (38,9 Prozent; Vorjahr: 44,3 Prozent) und lediglich 4,0 Prozent der Befragten gaben an, dass sich die Kreditvergabebedingungen im Vergleichszeitraum gelockert haben (Vorjahr: 4,1 Prozent). Am meisten klagten in den letzten Wochen die Unternehmen der Dienstleistungsbranche (43,8 Prozent; Vorjahr: 49,7 Prozent) und des Verarbeitenden Gewerbes (42,6 Prozent; Vorjahr: 45,8 Prozent) über eine restriktive Vergabepolitik der Banken. Beim Baugewerbe freute sich dagegen jeder zehnte Befragte (10,3 Prozent; Vorjahr: 3,7 Prozent) über gelockerte Finanzierungsbedingungen und beim Verarbeitenden Gewerbe machten lediglich 1,0 Prozent der Befragten (Vorjahr: 4,7 Prozent) diese Erfahrung.

Wie auch in den Jahren zuvor nennen die österreichischen Mittelständler auf die Frage nach Veränderungen bei den Kreditkonditionen an erster Stelle die Forderung der Geldinstitute nach mehr Sicherheiten (93,8 Prozent). Die Erfahrung, dass Kredite nicht in der gewünschten Höhe bewilligt oder gar abgelehnt werden, machten 22,5 bzw. 16,9 Prozent der Befragten. Eine Zinserhöhung mussten 15,7 Prozent hinnehmen und bei 12,4 Prozent wurde die gewünschte Laufzeit abgelehnt.

Aktuelle Veränderungen der Kreditkonditionen

Kreditaufnahme bleibt schwierig

Auch in der nächsten Zeit dürfte es für die mittelständischen Unternehmen nicht einfacher werden, an Kapital zu kommen. So gehen lediglich 18,0 Prozent der Befragten davon aus, dass sie keinerlei Schwierigkeiten bei der zukünftigen Kreditaufnahme haben werden. Dagegen befürchten 69,5  Prozent, ihrem Geldinstitut mehr Sicherheiten bieten zu müssen und 57,9 Prozent eine intensivere Prüfung ihres Kreditwunsches. Jeder dritte potentielle Kreditnehmer (36,0 Prozent) stellt sich derzeit auf höhere Zinsen ein, während jeder zehnte (10,3 Prozent) mit einer Ablehnung seines Kredites rechnet.

Erwartete Veränderungen bei der künftigen Kreditaufnahme

Die mittelständischen Unternehmen setzen auch in Zukunft bei der Finanzierung nach wie vor in erster Linie auf den Bankkredit (47,4 Prozent), an zweiter Stelle folgt das Leasing (38,1 Prozent) und an dritter die Eigenmittel (34,6 Prozent). Einen Lieferantenkredit will jeder fünfte Befragte (18,9 Prozent) in Anspruch nehmen und jeder elfte (9,1 Prozent) möchte ein Gesellschafterdarlehen aufnehmen. Bürgschafts-/Förderbanken (4,4 Prozent), Factoring (2,9 Prozent) und Beteiligungen (2,2 Prozent) werden dagegen weiterhin kaum eine Rolle bei der Finanzierung des Mittelstandes spielen.

Zukünftige Finanzierungsquellen

© 2019 Creditreform Wirtschaftsauskunftei Kubicki KG, Österreichischer Verband Creditreform

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