Creditreform Analyse zur Wirtschaftslage und Finanzierung im deutschen Mittelstand

Leichte Stimmungseintrübung im Mittelstand

Die konjunkturelle Stimmungslage im deutschen Mittelstand zeigt im Herbst 2018 eine leichte Abschwächung. Der Creditreform Geschäftsklimaindex verringerte sich von 30,9 auf 27,6 Punkte. Beide Teilkomponenten, Lageeinschätzungen und Erwartungen, gaben leicht nach. Ursache für die Eintrübung könnten u. a. die Handelsstreitigkeiten mit den USA sein. Zudem droht mit der Türkei ein wichtiger Handelspartner Deutschlands in eine Wirtschaftskrise zu geraten – und die Modalitäten des Brexit sind bisher ungelöst. Hinzukommen zunehmende Kapazitätsengpässe hierzulande, speziell beim Fachpersonal. Der CreditreformGeschäftsklimaindex wurde auf Basis einer Konjunkturumfrage unter 1.121 mittelständischen Unternehmenmit maximal 500 Beschäftigten ermittelt.

Bau boomt, Verarbeitendes Gewerbe schwächelt

Gleichwohl beurteilte der Mittelstand seine Auftrags- und Umsatzlage weiterhin sehr positiv. 37,0 Prozent der befragten Unternehmen berichteten von gestiegenen Auftragseingängen, 42,4 Prozent erzielten Umsatzzuwächse. Auch wenn im Vorjahr noch etwas höhere Werte gemessen wurden, sind das im Vergleichder letzten Jahre erneut sehr positive Rückmeldungen. Insbesondere die Bauwirtschaft boomt. Deutlichere Einschnitte gab es aber im Verarbeitenden Gewerbe. Die Auftragslage wurde von den Unternehmen deutlich schwächer eingeschätzt als im Vorjahr und auch in der Umsatzentwicklung zeigten sicherste Abnutzungserscheinungen.

Mittelständler nicht mehr so optimistisch

In den kommenden Monaten dürfte die wirtschaftliche Entwicklung etwas moderater verlaufen. Noch 30,5 Prozent der Befragten rechnen mit steigenden Auftragseingängen und 37,7 Prozent der Unternehmen erwarten ein Umsatzplus. Das sind geringere Werte als im Vorjahr (33,4 Prozent bzw. 39,8 Prozent), zeugen aber weiterhin von Zuversicht. Deutlich pessimistischer als im Vorjahr ist das Verarbeitende Gewerbe, während das mittelständische Baugewerbe eher weitere Zuwächse erwartet.

Kapazitäten sollen steigen

Die gute Wirtschaftslage macht offenbar Kapazitätsausweitungen erforderlich. Demnach planen 28,3 Prozent der befragten Unternehmen, das Personal aufzustocken (Vorjahr: 26,2 Prozent). Insbesondere das Dienstleistungsgewerbe will neue Stellen schaffen. Erhöht hat sich zudem die Investitionsbereitschaft im Mittelstand. 53,1 Prozent der Befragten haben angegeben, investieren zu wollen. Das ist der höchste Wert seit Ende der 1990er Jahre. Stärker als im Vorjahr sind Rationalisierungsinvestitionen gefragt. Die aktuelle Ertragslage wurde von den befragten Unternehmen positiv eingeschätzt. Gegenüber dem Vorjahrgab es allerdings keine Verbesserungen mehr und auch der Ausblick ist verhaltener geworden. Ein Wermutstropfen ist die chronische Ertragsschwäche im Handel.

Creditreform Mitglieder erhalten die gesamte Studie zum deutschen Mittelstand kostenfrei unterg.weinhofer@wien.creditreform.at

Rückfragehinweis

Prokurist Mag. Gerhard M. Weinhofer
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